Erfolgsgeschichten

Kater pinkelt überall hin – wie Paul wieder sauber wurde

Katze scharrt in Katzentoilette

Kater pinkelt überall hin

Wenn eine Katze plötzlich immer wieder auf den Boden oder auf herumliegende Gegenstände pinkelt, wird der Alltag schnell zur Belastung. Besonders dann, wenn das Verhalten immer häufiger auftritt und man das Gefühl hat, schon alles versucht zu haben.

Lies, warum Paul schließlich beinahe täglich in die Wohnung urinierte und wie eine Kombination aus Verhaltensänderung, Beschäftigung, passenden Katzentoiletten und Bachblüten nach rund drei Monaten für eine deutliche Veränderung sorgte.

Paul lebte gemeinsam mit Katze Bella bei seiner Halterin. Beide Katzen waren ursprünglich von der Straße geholt worden und hatten anfangs nur wenig Vertrauen zum Menschen. Schon früh fiel auf, dass Paul ein ausgesprochen sensibler und unsicherer Kater war.
Stand etwas auf dem Boden, das ihm offenbar nicht gefiel – etwa ein Wäschekorb, ein Sackerl oder ein anderer Gegenstand –, wurde dieser immer wieder angepinkelt.
Anfangs ließ sich das laut seinem Frauerl noch einigermaßen umgehen, indem einfach möglichst wenig am Boden stehen blieb.
Doch irgendwann verschärfte sich die Situation. Paul begann plötzlich auch direkt auf den Boden zu urinieren. Aus einzelnen Vorfällen wurde ein regelmäßiges Problem – schließlich passierte es nahezu täglich.

Für seine Halterin wurde die Situation zunehmend verzweifelt. Sie lebte in einer Mietwohnung und hatte Angst, dass der Boden dauerhaft beschädigt würde. Paul und Bella wegzugeben kam für sie trotzdem nicht infrage.

Die eigentliche Ursache

Bei Unsauberkeit gilt für mich immer zuerst:

Körperliche Ursachen müssen tierärztlich ausgeschlossen werden.

Denn Schmerzen, Blasenentzündungen, Harnsteine oder andere gesundheitliche Probleme können ebenfalls dazu führen, dass eine Katze plötzlich außerhalb der Katzentoilette uriniert.

Bei Paul zeigte sich nach der weiteren Verhaltensanalyse jedoch etwas anderes.
Er war nicht nur sehr sensibel, sondern auch ausgesprochen unsicher. Gleichzeitig hatte er ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und danach, im Mittelpunkt zu stehen.
Sein Pinkeln wirkte auf den ersten Blick wie eine klassische Protestaktion. Doch auch sogenanntes Protestverhalten hat einen Hintergrund.

Paul hatte gelernt:
Wenn ich etwas tue, das meine Halterin sofort bemerkt, bekomme ich Aufmerksamkeit.

So entstand nach und nach ein Muster, das sich immer stärker festigte.
Seine Unsicherheit, seine hohe Sensibilität und sein starkes Bedürfnis nach Zuwendung spielten dabei zusammen.

Mein ganzheitlicher Lösungsweg

In meiner Verhaltensberatung ging es deshalb nicht nur darum, das Pinkeln zu verhindern.

Wir mussten Paul insgesamt mehr Sicherheit geben und gleichzeitig neue Möglichkeiten schaffen, wie er Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Erfolg erleben konnte.

Ein wichtiger Punkt war die Katzentoiletten-Situation.
Da zwei Katzen im Haushalt lebten, wurden drei Katzentoiletten bereit gestellt. Dabei verwendeten wir unterschiedliche Streuarten, damit Paul selbst zeigen konnte, welchen Untergrund er bevorzugte. Auch Sand wurde ausprobiert.
Zusätzlich achteten wir darauf, dass die Toiletten ruhig, gut erreichbar und für beide Katzen angenehm nutzbar waren.

Ein weiterer wichtiger Baustein war die Beschäftigung.
Paul bekam deutlich mehr Möglichkeiten, sich körperlich und geistig auszupowern. Dazu gehörten gemeinsames Spielen, Suchspiele und Clickertraining.
Gerade für einen unsicheren Kater ist Clickertraining besonders interessant. Er kann eine Aufgabe lösen und erhält dafür sofort eine positive Rückmeldung. Dadurch wird nicht nur Beschäftigung geschaffen – auch die Bindung zum Menschen wird enorm gestärkt.

Für Zeiten, in denen die Katzen alleine waren, wurden ebenfalls Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Wichtig war dabei die Abwechslung: Die Spielsachen wurden nicht ständig liegen gelassen, sondern etwa alle drei Tage ausgetauscht, damit sie interessant blieben.

Auch die bereits markierten Stellen mussten richtig gereinigt werden. Denn Katzen riechen Urinspuren noch lange, nachdem wir Menschen nichts mehr wahrnehmen. Deshalb ist eine gründliche Reinigung besonders wichtig, damit eine Stelle nicht immer wieder als Toilettenplatz genutzt wird.

Begleitend erhielt Paul eine individuell abgestimmte Bachblüten-Mischung. Water Violet setzte ich aufgrund seiner schlechten frühen Sozialisation und seiner eher distanzierten Art ein. Aspen und Walnut passten zu seiner starken Sensibilität gegenüber äußeren Reizen. Cerato wählte ich für seine Unsicherheit. Besonders wichtig war bei Paul jedoch Heather – passend zu seinem starken Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und diesem inneren „Sei bei mir, beschäftige dich mit mir“.

Nach der Gabe von 2  Bachblüten-Fläschchen (Dauer etwa 6 Wochen) bekam Paul auch eine Wasserstein-Mischung. Die Heilsteine Opalith, Rosenquarz und Amethyst kamen in seinen Wassernapf zum weiteren Ausgleichen - er hat das Wasser laut Halterin sehr gerne angenommen.

Das Ergebnis

Die Veränderung geschah nicht von heute auf morgen. Aber Schritt für Schritt wurde Paul ausgeglichener. Er bekam mehr sinnvolle Beschäftigung, mehr Sicherheit und gleichzeitig klare Möglichkeiten, Aufmerksamkeit auf positive Weise zu bekommen.

Nach ungefähr drei Monaten pinkelte Paul nicht mehr in die Wohnung.

Aus einem Problem, das seine Halterin bereits stark belastet hatte, wurde wieder ein entspannter Alltag mit beiden Katzen.

Astrids Tipps

Wenn eine Katze plötzlich unsauber wird, solltest du niemals automatisch davon ausgehen, dass sie „böse“ ist oder dich ärgern möchte.
Unsauberkeit ist immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt.
Der erste Schritt sollte deshalb immer die tierärztliche Abklärung sein. Sind körperliche Ursachen ausgeschlossen, lohnt es sich, genau hinzusehen:

Hat sich etwas verändert? Ist deine Katze unsicher? Gibt es Spannungen zwischen mehreren Katzen? Passt die Katzentoilette? Hat deine Katze ausreichend Beschäftigung und positive Erlebnisse?

Gerade bei sensiblen Katzen liegt die Lösung oft nicht in einer einzigen Maßnahme.

Katzentoilette, Beschäftigung, Bindung, Sicherheit, Reinigung und individuelle Begleitung müssen zusammenpassen.

Und genau das war bei Paul der entscheidende Unterschied.

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